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 Professionelles Mixen

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Übersicht der Mixing Grundlagen


Professionelles Mixing
(Übersetzt aus dem Englischen von PachN und anachronX)


Bei bereits vorhandenen Grundkenntnissen des Beatmatchings, kann man seine Fertigkeiten weiter verbessern, indem man die Struktur der Songs beim Mixen mit einfließen lässt. Dafür benötigt man allerdings ein gutes musikalisches Gehör, und man sollte die zu mixenden Songs auswendig kennen.

Dieser Artikel beschäftigt sich lediglich mit einer einfachen Songstruktur. Hier soll nur gezeigt werden, dass jeder Song eine Struktur hat, auch wenn natürlich die Strukturen der einzelnen Songs in allen möglichen Musikgenres völlig unterschiedlich aufgebaut sind.
Man kann sagen, dass jeder einzelne Song einen unverwechselbaren Fingerabdruck aufweist.


Dance, House und Trance Produktionen besitzen meistens einen 4/4 Takt. Das bedeutet, dass 4 einzelne Beats (wir erinnern uns: große und kleine Rechtecke) einen Takt bilden.

In der Wellenformdarstellung von Virtual DJ kann man das an den kleinen Vierecken unterhalb der angezeigten Wellenform erkennen, wobei die Vierecke jeweils die Beats darstellen, und das breitere Viereck jeweils einen Taktbeginn kennzeichnet.



In der einfachsten Form bei Dancemusik bedeutet das:




Hier kann man sich gut vorstellen, dass das Mixen zweier Songs auf den „ersten“ Beat eine klare einheitlich klingende Bass Drum ergibt. Viel besser, als wenn man nicht mit dieser „auf den ersten Beat“ – Logik mixen würde.

Weiter gehts...

Zum Zwecke dieser Einführung werden ab jetzt auch die Begriffe „Vers“(Strophe) und „Refrain“ verwendet, auch wenn in Dance-Produktionen sehr oft keine klare Trennung von Vers und Refrain möglich ist.
Trotzdem sind diese grundlegenden Strukturen auch dort vorhanden, oft sind sie leider nur nicht so leicht zu erkennen. :)

Den Beginn eines Songs bildet fast immer ein sogenanntes Intro. Es gibt auch Songs, die direkt mit dem Refrain beginnen. Da diese Struktur DJ-unfreundlich ist, wird sie hier nicht weiter betrachtet.
Prinzipiell kann ein Intro beliebig lang sein.
Zum einfacheren Verständnis in diesem Artikel, wird hier ein Intro mit einer Länge von acht Takten , also 32 Beats, angenommen. Ein Intro von acht Takten Länge ist in aktuellen Produktionen allgemein üblich.

Grunsätzlicher Aufbau einer musikalischen Struktur im 4/4-Takt:



Wenn man an Alice Deejay mit dem Lied „Better off alone“ denkt, fällt bei diesem Musikstück am Ende des Intros die Passage mit dem „whee…whee…WHEEP“-Sound auf.
Auffällige Sounds markieren in der Regel in der Songstruktur einen Wechsel, zum Beispiel vom Intro zur Strophe, oder Refrain oder was auch immer. Eine weitere Möglichkeit, statt der Verwendung auffälliger Sounds, stellen ausbleibende Taktschläge dar. Bei unserem Beispiel-Song endet das Intro mit diesem auffälligen Sound.

Nach dem Intro folgt nun ein Vers:
Bei genauem Hinhören wird man bemerken, dass sich mitten im Vers eine Änderung vollzieht.
Nach vier Takten (dem Vordersatz), also nach 16 einzelnen Beats, taucht etwas Neues auf, mit dem man in die nächsten vier Takte (dem Nachsatz) geleitet wird.
Viele Songs laufen nach dieser kleinen „Überleitung“ leicht verändert weiter. Dies kann sich mit einer klanglich veränderten Bassdrum oder einem aufwändigen Drumpattern darstellen. Möglicherweise taucht auch nur ein zusätzliches Becken, eine Rassel, oder eine verstärkte Akzentuierung auf. Es bietet sich immer an, bei Songs generell auf solcherart kleine Änderungen zu achten.

Nach acht Takten (genauer: vier nach dem Intro und weiteren vier leicht veränderten Takten) wird es eine weitere Änderung geben. Dies kann ein „Wooosh“-Sound, ein Drumsolo, ein Beataussetzer oder ein Sample sein. Der Song baut sich weiter auf. Diese Änderungen geben dem Song mehr „Drive“. Der Soundumfang wird erweitert: die Bassdrum wird druckvoller. Auch die Tonhöhe kann sich ändern.
Jetzt wird der Refrain eingeleitet.

Vorzugsweise werden hier nur 8 Takte genommen ( 1/2 Satz), mit einem schönen Aufbau nach 4 Takten oder einer netten Punktuation zu Beginn.

Sehr oft erreichen wir nun den beliebten Mini-Breakdown oder auch Bridge genannt. Hier wird eine Abgrenzung zum vorangegangenen Teil des Tracks vorgenommen. Etwa durch ein Ausbleiben des Beats, oder das komplette herausnehmen des Sounds.
Die Breakdowns sollten üblicherweise nur 8 Takte, 16 Takte höchstens, dauern, sonst wird das Publikum zu ungeduldig.

Nun der nächste Vers: Hier passiert eigentlich das Gleiche wie in dem zuvor beschriebenen. Nichts besonderes für den Track aber immer noch mit den 4x4 Takten.

Wieder der Refrain. Ebenfalls das gleiche wie zuvor beschreiben, aber:
Oft finden wir hier nach dem Refrain den „Großen“-Breakdown. Meistens länger als der Minibreakdown.
Nach diesem elendlangen Break – „Bang!“ sind wir wieder mitten im Lied, welches hier oftmals mit einem weiteren Refrain weiter geht, oder einem Vers.

So läuft das Lied bis es zum Schluss langsam ausgeblendet wird (nicht sehr Dj-freundlich) oder es folgen am Ende 16 Takte reinen Beats oder etwas in der Art, das dem DJ hilft seinen Übergang zu machen.

Zusammengefasst sieht unser sehr einfacher und idealisierter Dancetrack nun so aus:



Was bedeutet nun dieses ganze Struktur bla bla?
Es dreht sich alles um das Platzieren des Mixes. Die Geschmeidigkeit der Übergänge und des Flows.

Für einen richtigen „Pro“-Mix ist es unabdingbar mit diesen ersten 4 Beats in einem Takt, beider Lieder, zu mixen. Nur so gelingt dir der perfekte Übergang. Das bedeutet, dass der Song, den du versucht einzumixen, der selben Struktur folgt, wie dem, den du gerade spielst. So als ob der neue Song den alten ergänzt und weiterführt. Das passiert oft von alleine oder als „Unfall“ oder aber du machst das schon immer so und weißt nicht warum.... einfach weil es sich besser anhört! Und genau darum geht es. Nicht einfach nur Song 2 ohne Plan in Song 1 einblenden.

Du willst das ganze noch weiter verbessern?

Hör dir den Song GANZ genau an, so dass die ersten Sätze von Song 2 perfekt auf den Rhythmus von Song 1 passen. Versuche zu zählen... 1-2-3-VIER. Du wirst feststellen das der VIERTE Beat ein bisschen anders klingt. Das ist sehr schwer zu hören. Aber VDJ hilft dir dabei es zu erkennen. Nämlich genau dann, wenn die beiden breiteren Rechtecke exakt übereinander liegen. Wenn Song 1 zu Ende geht, ist das der sogenannte „Downbeat“, der nächste Beat sollte der erste Beat von Song 2 sein. Der sogenannte „Upbeat“.

Wenn du das nicht verstanden hast, erschieße mich nicht. Aber es ist wirklich schwer hier den Unterschied mit Worten zu beschreiben. Es erfordert ein feines Gespür und Gehör für die Musik. Das ist ähnlich schwer zu erklären, als wenn ich hier mit Worten beschreiben müsste, wie man tanzt... Zuerst nach rechts, dann einen Schritt nach links, dann... Du verstehst? :)

Weiter im Text. Nur mit dem Crossfader zu mixen, bringt es auch nicht. Du musst auch mit diesen EQ-Knöpfen arbeiten. Sonst passiert es dir sehr leicht, dass sich die Bässe überschlagen und es sich wie ein grauenhafter Flanger-Effekt anhört. Es ist wichtig, dass du einzelne Frequenzen von einem der beiden Songs entfernst. Zwei sich überschlagende Bässe hören sich niemals gut und richtig an.

Auch hier gibt es mehrere Möglichkeiten, die ich allerdings in einem separaten Post behandeln werde.


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