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 Grundlagen des Beatmixing

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Übersicht der Mixing Grundlagen


Grundlagen des Mixing
(Übersetzt aus dem Englischen von PachN und anachronX)


Mixing bedeutet, zwei Beats über eine bestimmte Zeit genau übereinander zu legen.
Die Schwierigkeit hierbei ist, dass unterschiedliche Lieder eigentlich immer auch unterschiedliche Tempi (Geschwindigkeiten) haben.
Song B mit Song A zu synchronisieren, ist die erste Schwierigkeit, die Lieder auch synchron zu halten die Zweite.

    Hinweise:

  • Die Nutzung der Beatlock-Funktion ist dafür denkbar ungeeignet. Dabei lernt man (fast) nichts, da die DJ-Software alle Aufgaben übernimmt.

  • Auch die extensive Nutzung der SYNC-Taste wird eure Fertigkeiten nicht verbessern!

Die Idee hinter dem Mixing scheint ziemlich einfach zu sein:
Man nehme zwei Lieder und mische sie mal eben zusammen. „Klingt einfach“, denkt man? Falsch!

Wer jemals versucht hat, zwei Songs mit verschiedenen Tempi ineinander zu blenden, kann sich bestimmt die Arbeit eines DJ’s vorstellen einen nahtlosen und perfekten Mix zu erreichen!

Beatmatching ist dafür eine der grundlegenden DJ-Fertigkeiten.



Was ist der Beat (bzw. der Grundrhythmus)?
Was ist Beatmatching?


Wenn man ein Lied hört, ist der grundlegende Beat meist eine Bassdrum, besonders in der populären Tanzmusik (Pop, Rock, Techno).
Es können, je nach musikalischer Richtung, auch andere Instrumente für den Grundrhythmus verantwortlich sein, so z.B. auch Hi Hats (Becken, Cymbals).

Was ist mit dem Grundrhythmus, wenn der eigentliche Taktgeber (z.B. die Bassdrum) vorübergehend nicht mehr zu hören ist?
Wenn man während einer ruhigen Passage im Lied trotzdem im Takt z.B. mit dem Fuß mitwippen oder mitklatschen kann, und man auch immer noch im Takt ist, wenn z.B. die Bassdrum wieder einsetzt, dann, ja dann hat man ein gutes Taktgefühl.
Dieses Taktgefühl sollte man bei jeder sich bietenden Gelegenheit trainieren (beim Radio hören, als Gast im Club usw.).
Es gibt aber auch Musikstücke, bei denen es sehr schwer ist, den Grundrhythmus zu finden: z.B. bei polyrhythmischen Musikstücken. ;-)

Normalerweise, insbesondere in der populären Musik, sind die einzelnen rhythmischen Bestandteile in Gruppen aneinander gereiht.
Meist handelt es sich hierbei um einen 4/4-Takt. Diesen kann man gut mitzählen oder auch mitwippen: 1...2...3...4...1...2...3...4...
Einzelne Abschnitte eines Musikstückes (Einleitung, Strophe, Refrain) werden in populärer Musik meist in Vierergruppen (4 x 4 Takte, also 16 Taktschläge) eingeteilt. Es sind aber auch 8er, 16er oder 32er Gruppen (musikalischer Takt) möglich.
In der populären Musik wiederholt sich dieser Grundrhythmus (1...2...3...4) sehr oft viermal, also zählt man: 1...2...3...4...1...2...3...4...1...2...3...4...1...2...3...4...

Diese Vierergruppierung (16 Taktschläge) gilt für einzelne Abschnitte (Strophe, Refrain) sehr viele aktuelle Musikstücke.
Es ist aber kein Dogma, wie eben bereits angemerkt.
Würde man ein beliebiges aktuelles Musikstück „auseinandernehmen“, dann würde man mit hoher Wahrscheinlichkeit bei diesem Muster landen.
Für kommende Erläuterungen ist es wichtig, dieses Konzept vieler aktueller Musikstücke zu verstehen.

Wenn zum Beispiel ein Musikstück in ein anderes hineingemixt wird, ohne die jeweilige Positionen in den beiden Musikstücken zu beachten, dann kann es passieren, einen Refrain in eine Strophe zu mixen.
Der Übergang wird mit Sicherheit „gut" erkennbar sein, auch wenn beide Musikstücke taktsynchron liefen.
Die Struktur einzelner Takte und der Abschnitte eines Musikstückes wird im Kapitel "Professionelles Mixing" noch einmal aufgenommen.

Es ist wichtig, die Tempi beider Musikstücke stets konstant zu halten. Der Rhythmus zwischen den beiden Musikstücken darf keinesfalls holpern oder gar rumpeln. Man stelle sich Tanzende vor, die ständig bei jedem Mix versuchen wieder in den Rhythmus zu finden.
Spaß haben sie dabei sicher nicht!

    Versuchen wir mal, dieses anschaulich darzustellen:

  • Das soll erreicht werden:

    [Lied 1] 1...2...3...4...1...2...3...4...1...2...3...4...
    [Lied 2] 1...2...3...4...1...2...3...4...1...2...3...4...
    Beide Lieder laufen gleich schnell.
    Beide Lieder laufen taktsynchron.

  • Das soll unbedingt vermieden werden:

    [Lied 1] 1...2...3...4...1...2...3...4...1...2...3...4...
    [Lied 2] 1....2....3....4....1....2....3....4....1....2....
    Beide Lieder laufen unterschiedlich schnell.
    Beide Lieder laufen nicht taktsynchron.

    [Lied 1] 1...2...3...4...1...2...3...4...1...2...3...4...
    [Lied 1] 4...1...2...3...4...1...2...3...4...1...2...3...
    Beide Lieder laufen gleich schnell.
    Beide Lieder laufen nicht taktsynchron.

Anfangs sollte man sich zur Übung möglichst einfach strukturierte Musikstücke heraussuchen, aber nicht unbedingt gleich BreakBeat-Musik.
Besonders geeignet ist House-Music mit klarem, dominantem Bass.
Vorteilhaft sind insbesondere Lieder, die direkt mit einer Bassdrum starten, also nicht unbedingt „beatlos“.


    Nun zur Praxis:

  • In jedes Deck von VirtualDJ ein Lied laden.
  • Den PITCH-Regler beider Decks auf 0 (Null) einstellen.
  • Den ersten Beat jedes der beiden Lieder genau vor (d.h. unmittelbar rechts neben) die Null-Positionslinie der Wellenformanzeige stellen.
  • Die CUE-Taste jedes Decks betätigen.
  • Crossfader auf 100% Deck 1 einstellen.
  • PLAY Deck 1 starten.

Die Crossfader-Position 100% Deck 1 stellt sicher, dass das Deck 2 nicht bei der nun folgenden Kopfhörerarbeit stören kann.

Nun sollte man versuchen, eine geeignete Stelle (einen besonderen Punkt) zum Mixen im Deck 2 zu finden.
Idealerweise ist das der jeweils erste Schlag (1) der Bassdrum.
Jetzt sollte man Deck 2 unmittelbar „auf den Beat“ (1) von Deck 1 starten.
Man sollte nicht verzweifeln, wenn es nicht gleich klappen sollte, sondern so lange üben bis es wiederholbar klappt.

Wirklich Lernwillige versuchen, der Nutzung der SYNC-Taste zu widerstehen!

Sollten beide Lieder noch unterschiedlich schnell laufen, sind sie vor dem Beginn des unmittelbaren Beatmatchings zu synchronisieren,
d.h. auf gleiches Tempo zu bringen. Dazu dient der PITCH-Regler.
Bei bestehenden Unklarheiten sollte man nochmals hier im WIKI nachlesen, da dieses Wissen für das weitere Verständnis wichtig ist.

Wenn beide Lieder laufen, dann bietet es sich an, den Kopfhörer so aufzusetzen, dass nur ein Ohr bedeckt wird. Das hat den Vorteil, dass man beide Decks zeitgleich überwachen kann. Auf einem Ohr hört man über Kopfhörer, auf dem anderen die Musik aus den Boxen.
Falls verfügbar, kann man natürlich auch die MIX-Funktion des DJ-Pultes für die Kopfhörer verwenden, was viel bequemer ist, da man dann das Lautstärkeverhältnis beider Decks einstellen kann und beide Decks über die Kopfhörer hören kann.

Jetzt vergleicht man Deck 1 mit Deck 2.
Eventuell ist der PITCH-Reger nochmals nachzujustieren, damit beide Lieder wirklich mit gleichem Tempo laufen.
Vielleicht ist auch nochmals die Nutzung der JOG-Wheels (oder der Vinyls) angesagt, in dem man sie kurz beschleunigt oder abbremst, um die Rhythmen zu synchronisieren. Außerdem kann eine weitere Nachjustierung der PITCH-Regler erforderlich werden.

Wenn die Beats nun genau übereinstimmen, sollte man sich anhören, wie sie übereinander klingen.
Unsauberkeiten sollten beseitigt werden bevor man mit der Überblendung mit dem Crossfader beginnt, um in das andere Deck überzublenden.
Erst wenn es sich „gut“ anhört, sollte man mit der Überblendung beginnen!

All dies erfordert einige Übung, die Beats scheinbar spielend anzugleichen, perfekt übereinander zu legen um dann überzublenden.
Belohnt wird die Mühe mit einem dankbaren Publikum und Gästen die ihren Spaß haben.




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