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Übersicht der Mixing Grundlagen

Einführung in das DJ'ing
(Übersetzt aus dem Englischen von PachN und anachronX)

Wenn man als DJ zum Beispiel in einem Club arbeiten möchte, sollte man unbedingt einige wenige Dinge beachten, damit die Gäste ihren Spaß haben:

Vor einer Buchung als DJ sollte man sich generell vor dem ersten Termin einen Überblick über die Örtlichkeit in der man arbeiten möchte und dem zu erwartenden Publikum verschaffen. Da verschiedenste Musikstile populärer und kommerzieller Art existieren, sollte man zuvor auch in Erfahrung bringen, welcher Musikstil am Veranstaltungsort vom anwesenden Publikum erwartet wird. Man sollte beispielsweise in einem Black- und Hip-Hop-Club nicht unbedingt (nur) Techno oder Schlager spielen. So könnte man zum Beispiel den betreffenden Club vorher besuchen und die dort anwesenden Gäste beobachten: Bei welchen Musiktiteln ist die Tanzfläche besonders gut gefüllt? Bei welchen Titeln herrscht die beste Stimmung? Es kann auch nicht schaden das Gespräch mit den jeweils anwesenden DJ’s, dem Clubbetreiber oder Eigentümer zu suchen.


Natürlich sollte man insbesondere in Bars und Clubs auch einige Regeln beherzigen:

  • Man sollte sich bereits zu Beginn der Veranstaltung klar werden, in welche Musikrichtung der Abend gehen soll. Daher sollte man sich auf eine Musikrichtung bzw. den Stil (House, Pop, Techno usw.) festlegen, welche(r) auch bis zum Ende der Veranstaltung eingehalten wird. Bei abrupter Änderung des Stiles im Verlaufe der Veranstaltung könnten die Gäste dies missverstehen und glauben, dass man sie zum Gehen auffordert, anstatt zum Beispiel noch mal an die Bar zu gehen.

  • Man sollte immer ein bestehendes Motto der Veranstaltung im Hinterkopf behalten.
    Man darf als DJ auf einer Party nie plötzlich von einer Musikrichtung in einen anderen Stil wechseln, nur weil man seinen persönlichen Lieblingstitel spielen will. Als DJ soll man stets die Erwartung der Gäste kennen bzw. erfragen und sie auch beherzigen!

  • Ein DJ ist immer dem Geschäftsführer bzw. dem Eigentümer des Clubs verpflichtet. Dieser hat ein Interesse daran, mit der Veranstaltung etwas zu verdienen. Als DJ hat man dagegen ein Interesse für seine Arbeit bezahlt zu werden und sie dort auch weiter machen zu dürfen. Wenn man natürlich auf einer Schlagerparty feinsten Techno zum Besten gibt, dann braucht man sich nicht wundern, wenn das beim Veranstalter und den Gästen nicht besonders gut ankommt.

  • Es ist immer besser, sich langsam bzw. allmählich im Tempo zu steigern, anstatt am Beginn sein „Pulver zu verschießen“, um dann immer ruhiger zu werden. Man sollte also mit einem niedrigen Tempo beginnen. Dazu ist es hilfreich die Datenbank für den Beginn einer Veranstaltung nach BPM aufsteigend zu sortieren. Damit hat man einen guten Ausgangspunkt um sich im Tempo zu steigern.
    Bei einem besonders langen Gig besteht auch die Möglichkeit, mehrere „Spitzen“ im Set unterzubringen. Dazu steigert man sich am Beginn eines Sets auf einen ersten Punkt, allerdings noch nicht auf den absoluten Höhepunkt. So steigert man sich während einer Veranstaltung immer weiter, bis zum Höhepunkt der Veranstaltung. Es entsteht eine sich aufschaukelnde Welle. Die Tempowechsel sollten nicht zu abrupt ausfallen, um die bisher mühsam aufgebaute Atmosphäre nicht leichtsinnig zu zerstören.

  • Man sollte generell vermeiden, Songs zu spielen, die die bestehende Atmosphäre ruinieren könnten.
    Wenn man gerade Technobeats spielt, und die Gäste dazu „abfeiern“, dann sollte man unmittelbar darauf keine „Kuschelmusik“ spielen. Dies kann funktionieren, wird es aber mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht! Die Gäste könnten, besonders im späteren Verlaufe der Veranstaltung denken, die Party sei jetzt beendet und sich veranlasst sehen sich auf den Heimweg zu begeben.
    Das gilt natürlich auch für einen unerwarteten Wechsel von „Kuschelmusik“ zu absoluten Partykrachern.

  • Für langsame Balladen gilt, mindestens zwei Titel hintereinander zu spielen. Mit dem ersten Lied wird nicht jeder Tanzwillige den Partner aufgefordert haben, den er sich ausgesucht hat. Einige werden noch warten, ob sie zum Tanz aufgefordert werden und würden die Tanzfläche bereits wieder verlassen, wenn man zu schnell wieder zu einem schnelleren Titel wechselt.

  • Man sollte immer wissen, welche drei bis fünf Lieder als Nächste gespielt werden sollen.
    Das schafft Sicherheit und deinem Set eine gewisse Kontinuität. Musikwünschen von Gästen sollte man nie sofort entsprechen, sondern den Wunsch an das Ende einer Liste stellen, die man regelmäßig mit dem laufenden Set abgleicht. Man kann Musikwünschen von Gästen vertrauen, solange sie in das Set passen, und solange diese Gäste noch nicht zu betrunken erscheinen.
    Absolut quergehende Musikwünsche kann und sollte man ohne schlechtes Gewissen ignorieren!

  • Urban Music sollte man zwischen 3 bis 4 Minuten pro Track spielen, Clubsounds maximal 6 bis 8 Minuten. Bei längerer Spielzeit eines Titels könnten die Gäste beginnen sich zu langweilen. Bei zu kurzer Spielzeit werden die Tanzenden unnötig irritiert. Man sollte bei den Überblendungen also nicht zu forsch vorgehen, insbesondere bei „extremen“ Tempowechseln. Allgemein bieten sich für Überblendungen zum Beispiel Passagen nach dem zweiten Refrain an.

  • Man sollte mindestens drei bis vier Titel des gleichen Musikstiles hintereinander spielen. Zu häufige Stilwechsel kommen fast nie gut an!

  • Man sollte auf einer Veranstaltung nie versuchen zu mixen, wenn man es nicht beherrscht! Nichts irritiert tanzende Gäste mehr, als zwei Lieder, die nicht taktsynchron laufen. Wenn man dann noch versucht das Ganze zu retten, macht man es meist nur noch schlimmer. Einen misslungenen Mix sollte man lieber abbrechen und statt dessen den Crossfader nutzen um schnell in das andere Lied überzublenden. Eine weitere Möglichkeit stellt eine kurze Moderation mit dem Mikrofon dar, um das Publikum vom verpatzten Übergang abzulenken und es auf das neue Lied einzustimmen. Auch wenn man nicht perfekt mixen kann, ist man dennoch DJ. Technik allein ist nicht alles!
    Viel bedeutsamer ist, die anwesenden Gäste zum Feiern zu bringen! Die Gäste werden sich nicht an den ein oder anderen verpatzten Übergang erinnern, jedoch sehr wohl daran, ob die Musik während der Party insgesamt gut oder schlecht war.

  • Auch wenn man das taktsynchrone Mixen (Beatmatching) bei einigen Titeln perfekt beherrscht, sollte man sich auch auf genau diese wenigen Titel beschränken! Für alle anderen Titel sollte man andere Übergangstechniken (Fade, Cut) verwenden. Auch bei Titeln, bei denen man glaubt, es perfekt zu beherrschen, kann und wird einem mal ein Malheur passieren, zum Beispiel, dass die Beats beginnen auseinanderzulaufen. Niemand ist perfekt! Umso größer ist die Gefahr eines misslungenen Übergangs bei unbekannten Titeln.
    Bei einem misslungenen Übergang gilt immer schnell in das andere Lied überzublenden.
    Die Gäste werden es einem danken! Als DJ wird man zwar enttäuscht sein, aber es kann für einen flüssigen Mix einfach nur zu spät gewesen sein und davon geht die Welt nicht unter.


„Einen Style die ganze Nacht!“

Tatsächlich ist es einfacher, einen Stil (House, Pop, Techno, usw.) die ganze Nacht zu spielen, als viele verschiedene Stile zu mischen. Natürlich sollte man auch die Stile der einzelnen Titel kennen, bevor man beginnt sie vor Publikum zu spielen.
Man sollte also zum Beispiel keinen Salsa spielen, wenn einem diese Musikrichtung (völlig) unbekannt ist.

(Mehr zu diesem Thema im Artikel „Wie baue ich ein Set auf“.)(in Bearbeitung)


Synchronisation (Beatmatching)

Um Titel mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten auf ein Tempo abzugleichen, nutzt man die Pitch-Regler. Es wird immer die Geschwindigkeit des einzublendenden Songs an den bereits laufenden angeglichen. Nachdem man das geschafft hat, muss man noch die Rhythmen synchronisieren.

Wenn zwei Songs mit gleicher Geschwindigkeit laufen, muss der Neue im richtigen Moment „über den anderen gelegt“, aber noch nicht übergeblendet werden. Das ist immer der Moment am Beginn eines Taktes. Bei Dance-Produktionen entspricht zum Beispiel ein Takt in der Regel vier Zählern.
(siehe auch hier Professionelles Mixing)

Eine Synchronisation der Takte erreicht man, indem man den einzublendenden Song „anstupst“ (Nudging) oder abbremst.
Es kann nicht schaden, dabei immer auf die Wellenformanzeige zu achten, um zu erkennen, ob man vorwärts oder rückwärts drehen muss.

Auch bei bereits taktsynchron laufenden Decks ist immer die Wellenformanzeige im Auge zu behalten.
Auch wenn die Geschwindigkeiten beider Songs auf den ersten Blick gleich schnell erscheinen, werden sie trotzdem nie exakt synchron sein und der Mix wird beginnen auseinanderzulaufen. Hier ist darauf zu achten, welcher der beiden Tracks der schnellere und welcher der langsamere ist. Mittels Nudging kann man auftretende Differenzen korrigieren.
Wenn die Songs zu schnell wieder auseinanderlaufen, sollte man die Geschwindigkeiten mittels der Pitch-Regler korrigieren.


Crossfading und EQ-Anpassung

Nach der Synchronisation des Beats wird man zum nächsten Song überblenden wollen. Allerdings sollte man zuvor den Bass des einzublendenden Songs herausnehmen. Andernfalls besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit bei übereinanderliegenden Bässen, einen unerwünschten sehr „schmutzigen“, holprigen und pumpenden Effekt zu erhalten. Einen vom Publikum unbemerkten Songwechsel bekommt man zustande, indem man zuerst die Lautstärke beider Songs mittels Gain angleicht, dann den Bass des auslaufenden Songs herausnimmt, während man den Bass des anlaufenden Songs aufdreht.


Tipps und Tricks

Vor allem im Trance und Techno finden sogenannte "Tempobreaks" Verwendung. Dies sind lange und ruhige Passagen innerhalb eines Musikstückes. Diese Liedabschnitte bilden gute Vorlagen zum beatmatchen, oder den Song auszublenden, falls man (noch) nicht die Fertigkeit des Beatmatchings beherrscht.

Eine schöne Möglichkeit, das Publikum zu überraschen und den Song interessanter zu gestalten ist, den Bass langsam rauszudrehen, um ihn dann unvermittelt wieder „reinzukicken“. Es ist stets besser, den Bass raus- und wieder reinzudrehen, als ihn nur stupide anzuheben.

Eine zu heftige Anhebung des Pegels, zum Beispiel des Basses, über einen bestimmten Punkt dürfte sich als schwierig, wenn nicht gar unmöglich erweisen, weil PA-Anlagen sehr vieler Clubs über Limiter verfügen.

Bei Musik im Technostil kann man mit einem speziellen „Trick“ zusätzliche Spannung aufbauen. Dazu nutzt man zuerst den Bass, nachdem man zuvor die Mitten und Höhen heruntergeregelt hat. Dann beginnt man, den Bass langsam herauszunehmen, während man gleichzeitig die Mitten wieder hineinbringt. Fortsetzen kann man das dann auch mit den Höhen. Abschließend gleicht man schlagartig alle Frequenzbänder wieder auf den Normalpegel an.
Das alles zusammen kann sich als ganz schön schwierig erweisen.



Noch ein paar Anmerkungen zum Schluss

Üben! Üben! Üben! Nur Übung macht den Meister!

Für die Synchronisation der Titel verwendet man immer Kopfhörer! Immer!
Nichts irritiert das Publikum mehr, als die Arbeit des DJ’s Schritt für Schritt mitverfolgen zu müssen.
Die Gäste wollen Spaß haben, aber nichts von deiner unmittelbaren Arbeit mitbekommen.

Es lohnt sich, sich für zu Hause für Übungen einen kleinen Mixer anzuschaffen.
(siehe auch hier: Soundkarten, Controller und Mischpulte )

Versuche immer von anderen DJ’s zu lernen: ihnen zuhören, beobachten was sie wie machen, welche kleinen Änderungen sie in ihre Mixe einbauen. Genauso lehrreich kann es sein, auch auf ihre Fehler zu achten, und vor allem wann und wie sie sie erfolgreich ausgebügelt oder kurzfristig beseitigt haben. Aber, je besser man selber wird, umso frustrierender kann es sein, auf einer Party bei einem anderen DJ misslungene Mixe und Überblendungen hören zu müssen. ;-)

Zu einer Veranstaltung sollte man selber stets genügend Kabel, Adapter usw. mitnehmen.
Man sollte nie erwarten, dass vor Ort alles oder in mangelfreiem Zustand verfügbar ist.
Auch eine kleine Hand- bzw. Taschenlampe sollte stets parat sein.

Vor der Veranstaltung sollte man selbst auch stets den Mixer und alle Einstellungen überprüfen!
Andere DJ’s hinterlassen gerne mal einen kleinen Saustall. ;-)


Übersicht der Mixing Grundlagen

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